Ein Autounfall auf nächtlicher Straße, das Opfer liegt im Straßengraben und kann nicht telefonieren: Wunderbar, wenn dann trotzdem ein Rettungswagen kommt. Der automatische Notruf soll es ab 2015 möglich machen. Das geht natürlich nur, wenn das verunglückte Auto seinen Standort meldet. Doch wie so oft: Mit neuen Chancen kommen neue Risiken.

Wer weiß schon, welche Daten ein Auto bei jeder Fahrt speichert? Fahrtroute, Geschwindigkeit, Bremsverhalten - das wird schon jetzt irgendwo aufgezeichnet. Und wer weiß, wer alles an die Daten herankommt? Die Werkstatt, der Autohersteller, die Versicherung? Am Ende, so hat es ein Verkehrsjurist auf den Punkt gebracht, könnte das Auto im Strafprozess gegen seinen Besitzer aussagen. Hier ist ein Gesetz nötig. Klar ist: Die Daten gehören dem Autofahrer, und er muss selbst festlegen können, was gespeichert wird. Ein Notruf bleibt dennoch möglich - und kann Leben retten.