Wie im Sozialismus", wird so mancher, der ihn erlebt hat, am Apotheken-Tresen stöhnen. "Haben wir nicht, bekommen wir auch nicht rein", heißt es dort immer häufiger. Doch ist es im Fall der Medikamenten-Engpässe nicht der Plan, sondern der Markt, der durch die globalisierte Billigproduktion gnadenlos zuschlägt. Der Eilzug der Globalisierung knallt hier direkt gegen die Wand. Kommt noch die hiesige Kostendämpfung per Rabbatsystem für Arzneimittel hinzu, scheint die Misere perfekt.

Die erforderliche Qualität von Pharmaprodukten und deren ausreichende Verfügbarkeit ist mit dem pausenlosen Druck auf die Sparbremse eben nicht zu halten. Es ist ein Wahnsinn, Tabletten und Wirkstoffe um die halbe Welt zu transportieren, nur weil deren Massenherstellung in Asien ein Bombengeschäft ist. Die deutsche Politik schaut weitgehend hilflos auf die Versorgungskrise. Die Engpässe im Internet öffentlich zu machen, ist lediglich ein Eingeständnis dieser Ohnmacht.