Die Affäre um Manipulationen beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel" nimmt langsam unerträgliche Ausmaße an. Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass neue Anschuldigungen erhoben werden. Jetzt soll bei der Preisvergabe nicht nur die Zahl der Stimmen, sondern auch die Platzierung der Fahrzeuge gefälscht worden sein. Sollte sich dieser Vorwurf erhärten, würde dies endgültig den Totalschaden für den Automobilclub bedeuten.

Für Peter Meyer, den Präsidenten des krisengeschüttelten ADAC, wird die Luft immer dünner. Nach dem Image-GAU der zurückliegenden Wochen setzt er jetzt zwar auf die Vorwärtsverteidigung. Doch das nun vorgelegte 10-Punkte-Programm, welches den Reformkurs einläuten soll, ist recht dünn und eher eine PR-Beruhigungspille. Will der ADAC Vertrauen wiedergewinnen und glaubwürdig den notwendigen Neuanfang einleiten, ist ein personeller Wechsel an der Spitze des Automobilclubs unumgänglich.