Sachsen-Anhalt hat deutlich mehr Mini-Schulen als andere Länder. Gleichzeitig ist das Land ärmer als die anderen. Die Konsequenz ist naheliegend: Von etlichen Grundschulen muss sich das Land verabschieden. Kultusminister Dorgerloh hat definiert, ab welcher Größe ein Standort erhalten bleibt. Dass nun jede fünfte Schule diese Latte reißt, dürfte so manchen überraschen. Der bevorstehende Umbruch ist massiv.

Städte und Gemeinden haben nun die undankbare Aufgabe, das Schulnetz auszudünnen - dies aber so überlegt, dass langfristig überlebensfähige Schulen entstehen, dass sanierte Gebäude möglichst weitergenutzt werden und vor allem: dass den Kindern überlange Fahrtzeiten erspart bleiben. Zügig müssen die Entscheidungen jetzt fallen, denn die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Eltern fordern zu Recht Aufklärung darüber, wo ihre Kinder nach den Sommerferien lernen werden - und wo deren jüngere Geschwister in den nächsten Jahren eingeschult werden.