Auf dem Parteitag in Dresden hat sich die Gründer-Generation der Grünen gegen die jungen Wilden durchgesetzt: Die arrivierte Rebecca Harms führt die Öko-Truppe in den Europawahlkampf. Für die junge Ska Keller, die auch auf viele Unterstützer aus Sachsen-Anhalt zählen konnte, bedeutet die verlorene Kampfabstimmung gegen Harms aber nur einen leichten Dämpfer.

Denn im Windschatten der Anti-Atom-Kämpferin aus dem Wendland kann sich Keller in den kommenden Jahren in Brüssel weiter profilieren. Mit Flüchtlings- und Handelspolitik deckt die Brandenburgerin zudem Bereiche ab, die aller Voraussicht nach noch hohe Wellen schlagen werden. Und so könnte Keller weiter das sammeln, was ihr im Vergleich zu ihrer Konkurrentin fehlte: genügend politische Erfahrung.

Das klare Stimmergebnis zeigt: Jung und im Internet populär sein reicht auch bei den Grünen nicht aus, um eine forsche Kampfkandidatur zu gewinnen.