Im Land sollen in diesem Jahr zu den bisher 74 speziell ausgebildeten Güterichtern 20 weitere hinzukommen. Das sind gute Nachrichten. Denn immer mehr Streithähne unter Nachbarn und Erben belasten unnötig die Gerichte mit Zoff, der oft auch mit einem ruhigen Gespräch ausgeräumt werden könnte. Doch an diesem Punkt sind die Streitparteien meist schon vorbei, wenn der Fall auf dem Richtertisch liegt. Statt miteinander zu reden, werden teure Gutachter beauftragt und Rechtsanwälte eingeschaltet. Die Fronten verhärten sich weiter, meist auch nach einem Urteil.

Eine freiwillige Lösung könnte hingegen beiden Streitparteien helfen. Denn: Bei einem Prozess wird zwar Recht gesprochen, man muss aber nicht unbedingt immer Recht bekommen. Die Chance in Güte auseinanderzugehen ist beim Schlichten wesentlich größer. Zudem wird die Justiz entlastet. Schon aus diesem Grund sollten Güterichter eine Schlüsselrolle an Zivilgerichten erhalten. Das Land ist damit auf dem richtigen Weg.