Der Rücktritt von ADAC-Präsident Meyer war nur eine Frage der Zeit. Sein Versuch, die Skandale um den Autoclub auszusitzen, musste scheitern. Ein Chef, der nichts sieht und nichts hört - diese Stellenbeschreibung kennt kein Arbeitsvertrag. Mit der Abdankung ist das Kapitel ADAC aber keineswegs abgeschlossen. Vielmehr steht der Club vor einem radikalen Schnitt. Nicht nur, dass weitere Spitzenfunktionäre ausgetauscht werden müssen, die beispielsweise dafür verantwortlich sind, dass ein Rettungshubschrauber mal nebenbei einen Fußballplatz trocken fönt. Der ADAC braucht eine neue Transparenz. Er ist schon lange nicht mehr der Verein von niedlichen Helferengeln, sondern ein Wirtschaftsunternehmen mit hunderten Millionen Euro Umsatz.

Firmen dieser Größenordnung werden in der Regel Aufsichtsräte und Eigentümerversammlungen zwecks Kontrolle der Geschäfte an die Seite gestellt. Unter den 19 Millionen ADAC-Mitgliedern dürften sich einige finden, die da jetzt mitmachen würden.