Die Reflexe sind immer die Gleichen, wenn Abgeordnete eine Diätenerhöhung beschließen: Ihnen wird sofort unterstellt, jedes Maß verloren zu haben, sich nur die Taschen vollstecken zu wollen. Die Zyniker und Neider blenden dabei gerne aus, dass für die Parlamentsarbeit wie für Tätigkeiten in der Wirtschaft oder Wissenschaft das gleiche Gesetz gilt: Wer gute Mitarbeiter haben will, muss sie auch gut bezahlen.

Finanzexperten oder Biotechnologen haben schon jetzt kaum noch einen Anlass, sich ins Parlament wählen zu lassen - weil sie nämlich in ihren Berufen mehr verdienen können als im Parlament. Doch wer soll dann Deutschland durch künftige Finanzkrisen führen oder über die Einführung von Genmais befinden? CDU und SPD tun gut daran, die Verdienste der Parlamentarier endlich an den Bezügen von Bundesrichtern zu orientieren. Damit schaffen sie Transparenz, eine leistungsgerechte Bezahlung für Abgeordnete und setzen der immer wiederkehrenden Neiddebatte ein Ende.