Obwohl von der Moskau-Reise Frank-Walter Steinmeiers keine Wunderdinge zu erwarten sind, kommt die Visite zur richtigen Zeit. Das russisch-deutsche Verhältnis ist zuletzt durch die Ukraine-Krise in eine derartige Schieflage geraten, dass es vollends wegzurutschen droht. Die Bundesregierung weiß, dass das nicht passieren darf, und steuert zu Recht dagegen.

Das Wichtigste, was Steinmeier nach Moskau mitbringt, ist seine Kompetenz in Russlandfragen, bekannt seit seiner ersten Amtsperiode als Bundesaußenminister. Was ihn übrigens wohltuend unterscheidet von den deutschen Berichterstattern, die bei den Olympischen Spielen in Sotschi erkennbar ahnungslos ein Russland-Bild malen, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Das Russland Wladimir Putins ist und bleibt ein schwieriger Partner. Aber letztlich eben Partner und nicht Gegner. Das muss beim Umgang auch mit der harschesten Interessenpolitik Moskaus die Prämisse deutscher Außenpolitik bleiben.