Ist eine Wahl nicht weit, kann man die Uhr danach stellen, dass Horst Seehofer mal wieder zum Spezialmanöver ansetzt. Vor der Bundestagswahl hieß das Projekt Pkw-Maut, vor den Kommunalwahlen im Mai will der CSU-Chef nun einen Planungsstopp für den Bau neuer Stromtrassen.

Seehofer macht sich damit unglaubwürdig. Denn der CSU-Politiker war 2011 einer der Ersten, die nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert haben. Statt die Energiewende jetzt, wo sie ins Stocken geraten ist, mit Konzepten voranzutreiben, geht er für die nächste Wahl auf Stimmenfang. Den protestierenden Bürgern wird das rein gar nichts nützen: Die Trassen kommen, das ist politisch längst beschlossen.

Wie man der besorgten Bevölkerung anders begegnen kann, macht das Fraunhofer in Magdeburg vor. Ein Computerprogramm soll ein realistisches Bild von der Energiewende vermitteln und Ängste nehmen. Auch wenn das in der Praxis noch nicht einwandfrei funktioniert - es ist der bessere Weg als Seehofers Populismus.