Schlimmer konnte es nicht kommen für das deutsche Team in Sotschi: Erst fahren, schießen, springen, stürzen die Athleten an Medaillen vorbei, dann wird die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle auch noch positiv auf Doping getestet. Das schockiert nicht nur, das katapultiert vor allem jedes Glücksgefühl aus den vergangenen Tagen zurück auf den emotionalen Nullpunkt.

Sachenbacher-Stehle ist dabei erst bejubelt worden von den Medien für ihren vierten Platz über 15 Kilometer, das beste Einzelergebnis der medaillenlosen Damen. Als wäre es nicht schon Debakel genug, dass die Biathletinnen das schlechteste Ergebnis ihrer Olympia-Historie erzielt haben (was mit dem Rückzug von Bundestrainer Uwe Müssiggang nach Saisonende eine Konsequenz fordert), stürzt die 33-Jährige nun mit der Einnahme eines "verunreinigten" Nahrungsergänzungsmittels das Team ins nächste Ungemach. Dessen Folgen sind nicht abzusehen - bis auf jene: Der Sport hat wieder ein Stück Ehrlichkeit verloren.