Fast anderthalb Jahre sind noch Zeit, bis ein Haftpflichtversicherer für Deutschlands freiberufliche Hebammen gefunden sein muss. Das sollte machbar sein - zumal Gesundheitsminister Gröhe das Ausmaß des Problems offensichtlich verstanden hat.

Allerdings muss er nicht nur das Quasi-Berufsverbot abwenden, das den Frauen ohne Absicherung droht. Er muss es zugleich schaffen, dass die seit Jahren explodierenden Versicherungsbeiträge endlich wieder sinken. Und das darf keine anderthalb Jahre dauern. Denn den Hebammen zufolge gibt es in Sachsen-Anhalt schon jetzt Versorgungslücken. Wenn sich die finanzielle Situation für die Geburtshelferinnen nicht bald verbessert, werden sicher noch mehr Frauen den Beruf aufgeben. Eine Folge: Nach und nach würden Hausgeburten kaum noch möglich sein. Zwar entscheiden sich für diesen Weg nur zwei Prozent der Schwangeren. Doch das Recht, den Ort der Geburt zu wählen, sollte man nicht einmal einer einzigen Frau nehmen.