Noch bevor der Volkskongress richtig begonnen hat, setzt die chinesische Führung öffentlich eine wichtige Prämisse: Das Militär rangiert ganz vorn im politischen Gefüge der Volksrepublik. Seit Jahren wachsen die Verteidigungsausgaben um zweistellige Werte und haben damit die ökonomischen Steigerungsraten längst hinter sich gelassen.

Allerdings bemüht sich Peking, die Aufrüstung defensiv und nicht aggressiv zu begründen. Verteidigung als friedenssichernde Maßnahme - so werden die gigantischen Ausgaben begründet. Und bisher ist die Volksrepublik auch ihrer Linie treu geblieben, Konfliktlösungen nicht mit der geschwungenen militärischen Keule zu betreiben. Das gilt auch für den Streit um die Besitzansprüche für diverse Inseln in den Meeren vor Chinas Küste. Sollten die Spannungen mit Japan, Südkorea oder Vietnam jedoch zunehmen, wissen diese Länder genau, mit welcher Streitmacht sie es im Ernstfall zu tun bekommen würden.