Wenn am Freitag die Paralympics in Sotschi beginnen, stellt sich die Frage zwangsläufig: Müssen diese Spiele nicht boykottiert werden, wenn gleichzeitig Russland wenige hundert Kilometer entfernt die militärischen Muskeln spielen lässt? Die Antwort ist: Nein. Denn, es gibt bei diesen Paralympics Gewinner, für die - unabhängig von den sportlichen Ergebnissen - diese Spiele ein Segen sind: Behinderte in Russland. Von Familien dort nicht selten noch schamvoll als Krüppel versteckt in Wohnungen oder Heimen. Diskriminiert durch Armut und zu hohe Bordsteine.

Es sollte überraschen, wenn nicht die Paralympics ähnlich wie die Winterspiele als Propaganda-Show Russlands inszeniert werden. Sie werden damit aber auch indirekt die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen propagieren. Eine gute, seltene Nachricht in Russland. Weil sie dem TV-Zuschauer die Botschaft vermittelt, dass Menschen mit Handicap zu Helden taugen. Dafür lohnt sich die Reise nach Sotschi.