Nach dem kläglichen Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die nahezu in allen Belangen überlegenen Chilenen ist nichts mehr wie es war. Das gesamte WM-Gebilde steht plötzlich auf einem wackligen Fundament. Manager Oliver Bierhoff sprach von einem Zwölf-Zylinder, der noch nicht auf allen Pötten laufe. Derzeit sieht es eher nach einem kompletten Motorschaden aus.

Joachim Löw muss es irgendwie geahnt haben, hatte er doch noch vor wenigen Tagen seinen vermeintlichen Stars eindringlich ins Gewissen geredet. Und nun muss der Bundestrainer ohne weiteres Testspiel am 8. Mai seine WM-Kandidaten nominieren. Ein schwieriges Unterfangen.

Es gibt eigentlich nur einen Hoffnungsschimmer. Vor anderen bedeutenden Großereignissen hatte es noch düsterer ausgesehen - siehe das 1:4 vor der Heim-WM 2006 gegen Italien. Doch allein sich darauf zu verlassen, dass Deutschland eine Turnierelf ist und nur unter Druck glänzen kann, wäre geradezu fahrlässig.