Die kleinen und mittleren Betriebe sind das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Umso ernster sollte das Land den Fachkräftemangel nehmen. Denn der wirkt sich zuerst auf sie aus und nicht auf große Unternehmen, die mit ihrer Finanzkraft bei den Gehältern immer noch eine Schippe drauflegen können, um an Leute zu kommen.

Mancher Firmenchef mag bislang noch gedacht haben, der Mangel stellt sich erst in ferner Zukunft ein. Doch in immer mehr Branchen ist er bereits Realität. Viele Handwerker können Aufträge wegen Personalnot kaum noch abarbeiten - sind sogar schon dazu bereit, jene auszubilden, die von Haus aus Defizite mitbringen. Was natürlich auch richtig ist, denn auch sie verdienen eine Chance. Klar ist aber auch: Wenn das Wirtschaftswachstum nicht Schaden nehmen soll, müssen sich Politik und Unternehmen darum bemühen, Fachkräfte von außerhalb herzulocken. Und damit sollten sie besser heute als morgen anfangen.