Es sind peinliche Sicherheitslücken, die im Maßregelvollzug Bernburg beim Ausbruch am Sonntag offen zu Tage getreten sind: eine Sicherheitstür, deren Schloss leicht überlistet werden konnte, vier weitere Türen, die einfach nur eingetreten werden mussten. Sie boten dem Sprung in die Freiheit nicht wirklich Widerstand. Von all dem lauten Poltern haben Wachdienst und alle anderen Mitarbeiter nichts mitbekommen. Da wird es im Detail in den nächsten Tagen noch viel zu klären geben, welche Sicherheitsvorkehrungen kläglich versagt haben oder vielleicht erst gar nicht vorhanden sind.

Die angekündigten baulichen Maßnahmen können da als Konsequenz nur ein Anfang sein. Sie sind offensichtlich auch bitter nötig. Denn eines muss neben der notwendigen und sinnvollen Therapie für Straftäter in erster Linie gewährleistet sein: Dass die zu Haftstrafen verurteilten Gewalttäter nicht erneut zur Gefahr für die Allgemeinheit werden.