Auf das krisengeplagte Griechenland wird eingeprügelt. Diesmal nicht wegen Geldverschwendung, sondern wegen einer speziellen Investition: einem gut zwölf Kilometer langen Zaun an der Grenze zur Türkei. Der soll das Hauptschlupfloch in die EU abdichten. Die EU-Kommission rümpft die Nase, von Menschenverachtung sprechen Menschenrechtler.

Was aber ist menschenverachtender: die Flüchtlinge zu stoppen oder ihnen die griechische Wirklichkeit zuzumuten? Athen steht dem Ansturm der Armen aus Asien und Afrika ohnmächtig gegenüber. Deren Unterbringung ist oft menschenunwürdig, der Ausländerhass blüht. Entsprechend düster sieht die Zukunft für Migranten in Griechenland aus. Die EU gibt zwar Geld und Unterstützung durch die Grenzschutzagentur Frontex. Das war’s mit der Solidarität. Griechenland steckt in einer Notlage, aus der Menschenrechtsappelle nicht heraushelfen.