Auch am zweiten Verhandlungstag standen sie wieder vor dem Münchner Gericht. Bayern-Fans mit Plakaten, auf denen unter anderem "sULIdarität" zu lesen war. Es gibt sie also doch. Menschen, die Gnade für den Steuerhinterzieher Uli Hoeneß fordern.

Natürlich hat Hoeneß in seinem beruflichen Leben Bemerkenswertes geschaffen, den deutschen Fußball entscheidend geprägt und sicher auch vorangebracht - doch rechtfertigt das ein Verbrechen? Sicher nicht. Uli Hoeneß hat in einem Umfang Steuern hinterzogen, der unglaublich ist. Dafür gehört er bestraft und zwar so, wie jeder Bürger. Schon die Regelung zur Straffreiheit bei Selbstanzeige ist zweifelhaft. Dass Hoeneß davon nicht profitieren konnte, ist sein Pech. Mehr noch. Das Auftauchen von mehr als 70 000 Seiten Material eine Woche vor Prozessbeginn und die tröpfchenweise Erhöhung der Summe macht klar: Hoeneß agiert mit Vorsatz und treibt weiter seine Spielchen.