Nach unzähligen Treffen und Telefonaten mit mehr Rückschlägen als Fortschritten hat die Kanzlerin das Korsett für den kurzfristigen Umgang mit Ukraine und Krim-Krise geschnürt. Danach scheidet ein Militäreinsatz grundsätzlich aus, der sich bei Atomwaffen im Westen und in Russland auch verbietet.

Der Anschluss der Krim an Russland ist als völkerrechtswidrig eingestuft und soll mit Stufe zwei der europäischen Sanktionen beantwortet werden. Konten- und Einreisesperren für russische Verantwortliche bewegen sich aber in einem Rahmen, der den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa - speziell Deutschland - und Russland noch Luft lässt.

Dann ist da der Kampf um das Kernland der Ukraine, da die Krim bereits verloren ist. Die EU und der Internationale Währungsfonds wollen bei Finanzhilfen nicht kleinlich sein. Nachbarschaftspolitik nennt Merkel das, nicht Geopolitik. Irrtum: Alles, was sich um diesen Konflikt in Osteuropa rankt, ist letztlich Geopolitik reinsten Wassers.