Sebastian Edathy ist in die Offensive gegangen. Aber: Der unter Pädophilieverdacht stehende ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete hätte besser geschwiegen. Mit dem Versuch, sein Verhalten zu erklären, hat sich der 44-Jährige ins eigene Knie geschossen. Das Interview dient allein der Rechtfertigung seines - zumindest aus moralischer Sicht - verwerflichen Handelns. So räumt Edathy zwar ein, Nacktbilder von Kindern gekauft zu haben. Zugleich beklagt er mit weinerlichem Unterton seine Lage. Für Entschuldigungen sieht Edathy keinen Anlass. Der Mann hat überhaupt nichts dazugelernt.

Die SPD-Spitze hat Edathy sehr schnell fallengelassen. Obwohl die Ermittlungen noch laufen, strebt Parteichef Gabriel schon jetzt einen Parteiausschluss an. Die Verbitterung Edathys, dass ihn die eigenen Genossen bereits vorverurteilt haben, ist nachvollziehbar. Das Ausschlussverfahren steht aber auf tönernen Füßen. Es dürfte sehr schwer werden, Edathy bewusst parteischädigendes Verhalten nachweisen zu können.

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