Nicht, dass der russische Präsident Überraschendes zu verkünden hatte: Die erfolgte Einverleibung der Krim wurde von Wladimir Putin bei seinem Kreml-Auftritt nur besiegelt. Das jedoch möglichst pompös aufzuziehen und mit einer markigen Ansprache zu garnieren, entspricht ganz dem Stil des Kreml-Chefs.

Dabei war eine ordentliche Portion Demagogie im Spiel. Den Ukrainern die Krim zu klauen und gleichzeitig die Brüderlichkeit beider Völker zu beschwören, ist schon heftig. Tröstlich zumindest, dass Putin seinen Landhunger offensichtlich befriedigt hat - er versicherte, an der weiteren Spaltung der Ukraine kein Interesse zu haben.

Krude auch, dass ausgerechnet die deutsche Wiedervereinigung bemüht wurde, um den Anschluss der Krim an Russland zu rechtfertigen. Damals wurden Mauern eingerissen, die die Welt bis dato geteilt hatten. Ist doch Putin gerade dabei, durch seine Politik neue Grenzen zwischen seinem Land und der westlichen Welt zu ziehen.