Gewiss ist es für manchen Spaziergänger im Wald ärgerlich, wenn er mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Berührung kommt. Wenn es aber darum geht, den Schädling zu bekämpfen, ist Augenmaß gefragt. Der Einsatz von Insektiziden sollte immer nur das letzte Mittel darstellen, denn im Zweifelsfall töten Gifte nicht nur Schädlinge, sondern gefährden auch das Ökosystem. Wenn in den kommenden Wochen also nur der Landkreis Stendal örtlich gegen gefräßige Raupen vorgeht, dann ist das erst einmal zu begrüßen.

Zu hoffen bleibt aber, dass die Landesbehörden die Entwicklung der Prozessionsspinner weiter scharf beobachten. Denn es kann auch nicht sein, dass der Tourismus im Norden Sachsen-Anhalts Schaden nimmt, weil sich in den Wäldern explosionsartig Schädlinge vermehren und Wanderwege abgesperrt werden müssen. Der wirtschaftliche Schaden wäre dann schnell höher als die Kosten, die durch das Versprühen von Insektiziden entstehen.