Der Feind stehe außerhalb seiner Partei, ruft der Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Bernd Lucke, seine Leute zur Ordnung. Er ahnt angesichts des Flügelschlagens in der "Alternative" wohl, dass Wähler, die dem eurokritischen Kurs der AfD folgen wollen, nicht sicher sind, was sie zur Europawahl am 25. Mai da eigentlich wählen: Nationalkonservative, Rechtspopulisten oder Marktliberale?

Natürlich kann man die Kritik der AfD an der Europa- und Energiepolitik der Bundesregierung nicht einfach vom Tisch wischen. Auch knüpft die Warnung vor einem europäischen Überstaat an die verbreitete Skepsis gegenüber Brüsseler Bürokratie an. So etwas geht schon runter wie Öl.

Allerdings ist die Lösung, die die "Alternative" anbietet, aus der Zeit gefallen. Sie heißt: teile und verliere. Denn sie führt letztlich zur nationalstaatlichen Zersplitterung und damit zur weltpolitischen Bedeutungslosigkeit. Nicht zu reden von den schlimmen historischen Erfahrungen eines uneinigen Europas.