Gegen die Idee, Schüler in Firmen zu schicken, damit sie mal Praxis-Luft schnuppern, ist nichts einzuwenden. Doch die Zahlen der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt belegen: Durchschlagenden Erfolg haben Industrie, Handwerk und Hochschulen mit ihrer jährlichen Charme-Offensive bislang noch nicht gehabt.

Kein Wunder: Was Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern angeht, ist und bleibt in der Berufswelt vieles im Argen. Frauen bekommen für die gleiche Arbeit niedrigere Gehälter als Männer, müssen sich oft zwischen Kindern und Karriere entscheiden. Männer, die sich in klassische Frauenberufe wie Erzieher trauen, werden immer noch belächelt.

Fakt ist: Der Umdenkprozess in der Gesellschaft ist längst nicht am Ende. Und die besorgten Unternehmen könnten noch einiges tun, um die heiß begehrten Fachkräfte unter Frauen wie Männern zu binden: Zum Beispiel mit gleichen Löhnen für alle, mehr Anerkennung und Familienfreundlichkeit.