In Bernburg werden bereits Unterschriften gegen einen Schlachthof gesammelt, über den bislang kaum etwas bekannt ist. Damit droht eine Wirtschaftsansiedlung nicht unerheblichen Ausmaßes zu scheitern, noch bevor sie ernsthaft erwogen werden kann. Die Bernburger Kommunalpolitiker und der italienische Investor sind an dieser Situation nicht ganz unschuldig. Das Bemühen, dieses Vorhaben so lange es geht unter der Decke zu halten, erweist sich als kontraproduktiv. Das Unbekannte erzeugt Angst. Ein ganz ähnlicher Schlachthof in Weißenfels arbeitet seit Jahren ohne größeres Aufhebens und bietet mehr als 2000 Beschäftigten Jobs.

Vorhaben wie Schlachthöfe und Schweinemastbetriebe betreffen die Lebensumstände der Menschen in der Region sehr direkt. Deshalb sollte Transparenz und Offenheit von der Genehmigung bis zum laufenden Betrieb oberstes Prinzip sein. Geheimnistuerei gegenüber den Anwohnern und Drohungen gegen Medien erzeugen nur Misstrauen.