Bei der erhitzten Debatte um Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas wurden abteuerliche Modelle auf den Tisch gepackt. Gipfelnd darin, die Versorgungsrichtung komplett umzudrehen und durch norwegische und schottische Gasströme zu sichern. Nun hat der Energieminister die Deutschen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Er sieht zu den Russland-Importen keine vernünftige Alternative. Wie auch: Das Versorgungssystem mit Gas und Öl von den Quellen über die Pipelines bis zu den Raffinerien funktioniert seit Jahrzehnten.

Eine solche Infrastruktur hin zu anderen Lieferanten aufzubauen, geht nicht mit einem Federstrich. So hat zwar Kanzlerin Angela Merkel etwas von neuer Betrachtung der Energiepolitik erzählt, aber in dem Bewusstein, dass eine Senkung des Imports und weitere Splittung der Bezugsländer nur über Jahre möglich ist. Mal ganz schnell Alternativen zum russischen Gas zu fordern wie die Grünen, hieße, dass Deutschland ganz fix im Dunkeln stehen würde.