Frühling, Sommer, Herbst und Winter seien die Feinde des Sozialismus. Dieser alte Witz scheint auch für den Kapitalismus zu gelten. Zumindest für Sachsen-Anhalt. Hierzulande haben nämlich das kalte Frühjahr und das Sommerhochwasser des Jahres 2013 der wirtschaftlichen Entwicklung einen argen Dämpfer verpasst. Aber die Wetterkapriolen sind nicht die alleinige Ursache dafür, dass Sachsen-Anhalt nun das neunte Mal in Folge hinter der bundesweiten Wirtschaftsentwicklung zurückbleibt.

Eine entscheidende Ursache: Keiner der großen deutschen Konzerne ist hier zu Hause. Zweitens können sich nur wenige der vielen kleinen Unternehmen im Lande eine eigene Forschung und Entwicklung leisten. Drittens hat die Niedriglohnpolitik vergangener Jahre viele gut ausgebildete Leute vertrieben. Wer hiergeblieben ist, steht auch heute meist am Ende der bundesweiten Lohnskala.

Solche Nachteile gleichen sinnvolle Förderpolitik und Bündelung aller Kräfte, wenn überhaupt, nur sehr mühevoll aus.