Ist es amerikanische Bevormundung, wenn Hillary Clinton die arabischen Länder dringend zur Reformpolitik auffordert? Nein, die US-Außenministerin legt den Finger genau in die Wunde. Wenn sich die Araber weiter nur auf Allah verlassen und nicht die verkrusteten Staatsstrukturen ändern, wird der Aufstand in Tunesien nicht der letzte gewesen sein.

Die Araber waren in ihrer stolzen Geschichte einmal führend in Medizin und Wissenschaft. Sie haben im Mittelalter von Andalusien aus das damals rückständige Europa inspiriert. Auch weil sie Tugenden wie religiöse Toleranz pflegten. Der heutige Rückstand der arabischen Länder zur westlichen Welt mit seinen verheerenden sozialen Folgen kann nur durch eine Öffnungspolitik der Regierungen selbst verringert werden. Das heißt nicht, fremde Gesellschaftsmodelle zu importieren. Es geht um einen von der Bevölkerung akzeptierten Mittelweg irgendwo zwischen Demokratie und Gottesstaat.(Politik)