Lieber wenige Dinge ausgezeichnet machen als alle Dinge halb - das ist der Gedanke hinter dem Plan, Sachsen-Anhalts Hochschulen ein unverwechselbares Profil zu verpassen. Dieser Plan ist richtig. Die Universität Magdeburg kann Geisteswissenschaftler als Bereicherung ihrer technischen Studiengänge gebrauchen. Was sie nicht braucht, ist eine Fakultät, die vorgibt, die ganze Breite der Geisteswissenschaften anzubieten, ohne dass sie dieses Versprechen einlösen kann.

Ein anderer Aspekt am Hochschul-Konzept von Wissenschaftsminister Möllring irritiert hingegen: Was ist mit der Zahl der Studienplätze? Magdeburg würde deutlich mehr verlieren als Halle - obwohl doch die Zahl insgesamt stabil bleiben soll. Auch am Montag gab es dazu keine klaren Aussagen, das Ministerium verweist auf die Entscheidungsspielräume der Hochschulen. Das ist unglücklich. Denn den Unis fiele die Profilierung leichter, wenn sie nicht argwöhnen müssen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird.