Im ersten Moment fragt man sich, warum eine Jury das Wort "alternativlos" zum Unwort des Jahres gewählt hat. Schließlich gibt es im Leben immer wieder Situationen, die wahrhaftig alternativlos sind. Die Begründung aber ist durchaus schlüssig – weil die Politik damit immer wieder Diskussionen und Argumentaionen über Entscheidungen abgewürgt hat. Und das hat Deutschland in den vergangenen Jahren zur Genüge erlebt.

Hunderte Milliarden Euro für notleidende Banken – laut Merkel und Co. alternativlos. Milliardenschwere Spritzen für EU-Staaten, die weit über ihre Verhältnisse gelebt haben – alternativlos. Je öfter wir so etwas hören, desto schneller gewöhnen wir uns daran. Und deshalb hat die Jury eine gute Wahl getroffen. Politik darf sich nicht bis zur Selbstherrlichkeit verselbständigen. Sie muss diskutabel bleiben, und das ist wirklich alternativlos.