In Europa lag die Inflationsrate im März gerade mal bei einem halben Prozent. Sondereffekte - warmer Winter, sinkende Energiekosten - spielen dabei eine beträchtliche Rolle. Dennoch nährte das Spekulationen, dass in Europa die Preise quer durch alle Warengruppen fallen. Da hofft doch jeder, dass es noch billiger werde, und wartet ab, statt zu investieren. Das würde die leichte Erholung der Konjunktur in Europa abwürgen. Es gibt aber keine Deflation, hat die Europäische Zentralbank stets betont. Konsequenterweise hat sie am Donnerstag in der Geldpolitik alles so gelassen, wie gehabt.

Eine weitere Zinssenkung wäre eh nur Symbolik gewesen. Auch müssen Banken, die Geld bei der Notenbank parken, statt es zu investieren, keine Strafzinsen zahlen. Darüber war orakelt worden. Geschäftsbanken würden diese Kosten ohnehin an die Kundschaft weiterreichen, was Kredite verteuerte. Das wäre Gift für die Konjunktur, die im Euroraum anzieht und Deflationsängste vermutlich beendet. So wird der April zum Hoffnungsmonat.