Der tragische Tod einer deutschen Fotografin in Afghanistan zeigt, mit welchen Risiken der heutige Wahltag behaftet ist. Die Sicherheitskräfte stehen unter Hochspannung, haben doch die Taliban mit einer "Welle von Angriffen" im ganzen Land gedroht. Nach den zahlreichen Anschlägen der vergangenen Wochen ist das äußerst ernst zu nehmen. Kurz vor dem Abzug der ausländischen Kampftruppen muss sich zeigen, ob der heimische Sicherheitsapparat in der Lage ist, geordnete Wahlen zu ermöglichen.

Dazu gehört eine korrekte Auszählung, damit die Abstimmung nicht wegen Manipulationsvorwürfen zur Farce wird. So wie 2009 bei der Wiederwahl des scheidenden Präsidenten Hamid Karsai geschehen. Dessen sehr mäßige Erfolge bei der Entwicklung Afghanistans stehen in Frage, wenn sein Nachfolger nicht das von Karsai verweigerte Sicherheitsabkommen mit den USA zustande bekommt. Es ist eine Lebensversicherung für das fragile afghanische Staatsgebilde.