Wie viel Pflege braucht ein Mensch? Das lässt sich durch keine von Fragebögen abhängige Kategorisierung wirklich bedürfnisgerecht abbilden. Dennoch ist das nun geplante Modell mit fünf Graden als Kern einer umgestalteten Pflegeversicherung ein lange fälliger Fortschritt. Die neue Systematik lässt eine weit größere Differenzierung zu als die bisherige dreistufige Form. Der Ansatz stimmt. Das neue Modell wird die Gesellschaft und jeden Einzelnen mehr Geld kosten. Doch das ist es wert: Die Anforderungen an die Pflege sind in den vergangenen zwanzig Jahren immens gewachsen. Die Alterung, insbesondere die wachsende Zahl der Demenz-Patienten, fordert ihren Tribut.

Die Absicherung der Betroffenen ist jedoch nur die eine Seite. Völlig unterbewertet sind bisher die Pflegeberufe - was das Einkommen betrifft wie auch den gesellschaftlichen Stellenwert. Ohne hier die gebührende Anerkennung voranzutreiben, bleibt jede Reform Stückwerk.