Es gibt sie also doch! Die US-amerikanische Zivilgesellschaft, die nicht damit leben will, dass der Staat unkontrolliert Bürger ausspäht. Mit dem Pulitzerpreis "Dienst an der Öffentlichkeit" für die "Washington Post" und den "Guardian" hat sie ein wichtiges Signal gesendet. Die Journalisten, die weltweit mehr bewirken als Carl Bernstein und Bob Woodward in der Watergate-Affäre, haben bisher wenig Zuspruch erhalten. Wer kennt Glenn Greenwald, Laura Poitras oder Barton Gellman? Es ist ihrer professionellen Arbeit - neben der klugen Vorgehensweise von Edward Snowden - zu verdanken, dass das Thema nicht untergegangen ist.

Bis heute beschäftigt es auch die deutsche Regierung, die ihre Bürger aus Staatsräson nicht schützt. Wie es falsch laufen kann, hat die Wikileaks-Affäre gezeigt. Das wahllose Veröffentlichen von unwichtigen und wichtigen Interna ist kein Dienst für die Öffentlichkeit. Ausgezeichneter Journalismus und wache Bürger sind dagegen die Selbstheilungskräfte der Demokratie.