Beim Streit um die Theaterzuschüsse ging es, aller Rhetorik zum Trotz, vor allem ums Geld. Das Land konnte und wollte die absehbaren Ausgabensteigerungen nicht mehr mitmachen und zog die Notbremse. Halle, Dessau und Eisleben müssen sparen. Als zweiter Schritt erst kam die Idee von Kultusminister Dorgerloh, auch Strukturen zu verändern. Nicht mehr jedes Angebot an jedem Standort - das war die Idee.

Zur großen Reform wird es nun allenfalls teilweise kommen. Sicher, Eisleben steht ein Umbau bevor: Aus einem klassischen Theater wird eine Art Kulturzentrum, das auch Leute ansprechen soll, die mit Schiller oder Beethoven nicht zu locken sind. Das könnte dem kulturellen Leben im östlichen Harzvorland Impulse geben.

In Dessau aber, das deutet sich an, bleibt alles beim Alten, außer, dass das Theater überall noch mehr knapsen muss. Dorgerloh wird das offenbar hinnehmen. Sein Reform-Ehrgeiz ist nach monatelangen Verhandlungen sichtlich ermattet.