Peter Müller ist innerhalb von knapp anderthalb Jahren der siebte CDU-Ministerpräsident, der zurücktritt. Die Gründe der Sieben sind unterschiedlich, die Wirkung immer gleich: Bundeskanzlerin Merkel verliert mit jedem Weggang vielleicht einen ihrer Kritiker, auf alle Fälle aber einen profilierten Politiker. Der Substanzverlust, der einst mit Friedrich Merz begonnen hatte, wird im obersten Führungsgremium der Union verstärkt zu spüren sein.

Die Länderchefs sind nach der Kanzlerin die mächtigsten Politiker in Deutschland. Zugleich gehören die gegenwärtig zehn Ministerpräsidenten der Union für Merkel zu ihren wichtigsten Mitstreitern. Wenn sie nicht Rückenstärkung von "ihren" Länderchefs bekommt, wird das Regieren für sie schwerer.

Als "personelle Verarmung" wird Merkel die Entwicklung wohl nicht sehen, sie muss jetzt jedoch für einen starken "Nachwuchs" sorgen. (Politik)