Die Sparkassen und Volksbanken in Sachsen-Anhalt sollten nicht drum herumreden: Die überhöhten Zinsen bei Überschreitung des Dispokredits haben keinen anderen Grund als einen kleinen, aber leicht zu erzielenden Beitrag zum Erfolg des Unternehmens zu leisten. Sie können zur Zeit jeden Beitrag gebrauchen. Hypothekenkredite werfen nicht viel ab. Richtig lukrative und sichere Anlagemöglichkeiten für die Einlagen der Sparer fehlen. Da freut es den Banker, wenn zumindest ein bisschen Geld horrende Zinsen bringt.

Das Risiko-Argument stimmt nicht. Das Ausfallrisiko bei Dispoüberziehungen ist nicht höher als bei Ratenkrediten. Einem vielleicht nur nachlässigen Kunden stillschweigend mehr als 17 Prozent Zinsen abzuknöpfen, wirkt aber in einer historischen Niedrigzinsphase unseriös. Und wer will schon Kunde einer unseriösen Bank sein? Die ersten Banken erkennen die Gefahr eines Imageschadens und reagieren. Und jeder Kunde kann handeln. Der Staat sollte sich raushalten.