Während sich die Formel 1 zurzeit daran erfreut, dass die Dominanz von Weltmeister Sebastian Vettel nach vier Jahren gebrochen scheint, braut sich im Hintergrund eine Führungskrise zusammen. Seit mehr als 30 Jahren wird der Rennzirkus von Bernie Ecclestone rigide gelenkt. Er hat aus einer Veranstaltung für Playboys und Boxenluder ein milliardenschweres Unternehmen gemacht. Ecclestone sicherte sich seine uneingeschränkte Herrscher-Position durch den Aufbau eines schwer durchschaubaren Firmen-Geflechts und soll auch vor Schmiergeld-Zahlungen nicht halt gemacht haben.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters - Ecclestone ist 83 Jahre - hat der Brite bisher keinerlei Anstalten gemacht, den Chefsessel zu räumen. Nun könnte bei einer Verurteilung wegen Bestechung das Ende einer Ära schneller als erwartet kommen. Auf eine kurzfristige Abnabelung ist die Formel 1 bisher aber nicht vorbereitet. Und wohin sie ohne Ecclestone steuert, ist derzeit überhaupt nicht absehbar.