Wenn die Außenminister Deutschlands und Frankreichs gemeinsam in die Partnerländer Moldau und Georgien reisen, wertet das die Mission automatisch auf. Schaden kann das nicht: Seitdem die Assoziierung mit der EU die Ukraine in eine existenzielle Krise gestürzt hat, sind Annäherungen an Europa im postsowjetischen Raum noch schwieriger als zuvor schon.

In Moldau etwa, direkt an die EU grenzend, wird die Lage nicht nur durch das unter russischer Kuratel stehende Transnistrien erschwert. Auch das übrige Staatsgebiet ist alles andere als homogen. Die Minderheit der Gagausen hat in ihrem Gebiet im Februar kurzerhand ein Referendum abgehalten, bei dem sich die überwältigende Mehrheit für eine Zollunion mit Russland aussprach. Auch andere Moldauer haben Bedenken gegen eine zu enge Bindung an Europa: Wein und andere örtliche Produkte sind nicht konkurrenzfähig. So kommt es zunächst darauf an, eine Ukraine-Krise im Kleinformat zu verhindern.