Die Deutsche Bahn hat es schwer. Nachdem Frühling, Sommer, Herbst und Winter – die vier Feinde des Sozialismus – der DDR den Garaus gemacht haben, sind sie jetzt dabei, die Bahn zu ruinieren.

Im Ernst: Das Wetter hat die Schwächen des Staatskonzerns Bahn lediglich offenbart, die Ursachen der jüngsten massiven Probleme liegen anderswo: Zu wenige Reservezüge, unzureichende Nachwuchsausbildung, Kürzung von Wartungs- und Reparaturkapazitäten.

Dabei hätte die Bahn Geld, das zu ändern. Doch anstatt die Defizite im eigenen Laden zu beheben, kauft der Konzern seit Jahren ausländische Bahnen und Logistikfirmen auf, offenkundig mit dem Ziel, Europas Verkehrsmarkt zu dominieren. An dieser kundenfeindlichen Geschäftspolitik, die von Verkehrsministern von SPD wie Union gestützt wurde und wird, kann eine 500-Millionen-Euro-Spritze nichts ändern. Die Deutsche Bahn braucht stattdessen eine Neuausrichtung.