Verteidigungsminister Guttenberg hat in der Affäre um das Schulsegelschiff "Gorch Fock" schnell gehandelt und den Kapitän in rekordverdächtiger Zeit gefeuert. Und schon wittern einige die Chance, dem populären Minister endlich mal so richtig am Zeug zu flicken. Mit der Turbo-Entlassung habe er medialem Druck nachgegeben und einen Sündenbock präsentieren wollen, sagen Kritiker. Hat Guttenberg ein Bauernopfer gesucht, um selbst nicht ins Schlingern zu geraten?

Tatsächlich ist der Minister zuletzt in Bedrängnis geraten. Da sind die üblen Vorfälle auf der "Gorch Fock", ein rätselhafter Todesfall in Afghanistan, geöffnete Feldpostbriefe. In dieser Lage hat Guttenberg Entschlusskraft gezeigt. Er ist zu Recht in die Offensive gegangen. Was wäre wohl passiert, wenn er gezögert hätte? Dann hätten ihm diejenigen, die ihm jetzt einen Schnellschuss unterstellen, Entscheidungsschwäche und womöglich sogar Vertuschungsabsichten vorgeworfen. (Politik)