Chinas Präsident Hu Jintao ist gestern zu einem offiziellen Staatsbesuch in Washington eingetroffen. Begrüßt wurde er – wie sich das für den Generalsekretär der Kommunistischen Partei und Vorsitzenden der Volksbefreiungsarmee gehört – von Barack Obama mit großem Bahnhof. Zu George Bushs Zeiten war ihm das nicht vergönnt. 2006 musste sich Hu noch mit einem Mittagessen und einem freundlichen Gespräch begnügen.

Dass sich das labile Verhältnis zwischen den beiden Großmächten ein wenig verbessert hat, lässt sich an dieser Geste erkennen. Aber das Misstrauen bleibt – vor allem wenn sich die USA den Fauxpas erlauben, Chinas Rivalen Taiwan militärisch zu unterstützen. Darüber kann auch ein frostiges Lächeln nicht hinwegtäuschen. Die beiden Giganten – der eine Nobelpreisträger, der andere bringt Nobelpreisträger hinter Gitter – haben sich nichts zu schenken.(Politik)