In der Ukraine-Krise steigert sich der Krieg der Worte ins Unerträgliche. Die zwischen Moskau und Kiew tobende Propaganda-schlacht hetzt Russen und Ukrainer seit Wochen auf infame Art gegeneinander auf. Wenn der ukrainische Premier Arseni Jazenjuk Russland unterstellt, den dritten Weltkrieg anzetteln zu wollen, setzt er der sich ausbreitenden Hysterie die Spitze auf. Die Lage ist prekär genug, als dass sie weitere verbale Brandsätze vertrüge. So wird die Gefahr eines ausufernden Konfliktes nicht gebannt, sondern der Krieg förmlich herbeigeredet.

Man kann dies als misslungenen Hilferuf sehen - oder als Ausdruck der Ohnmacht der Kiewer Regierung. Das Übergangskabinett schafft es nicht, die Ostukraine wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Unter diesen Umständen kann es am 25. Mai keine nationalen Wahlen geben. Russland hätte ein Ziel seiner Destabilisierungspolitik erreicht. Das wäre ein Rückschlag für die Ukraine. Das rechtfertigt aber nicht üble Kriegsrhetorik.