Es war eine prächtige Zeremonie, die Papst Franziskus den 500.000 Menschen auf dem Petersplatz geboten hat. Die katholische Kirche hat zwei neue Heilige. Dabei hat vor allem Johannes Paul II. massenhaft Menschen angezogen. Allerdings dürfte es die letzte Massenaufwallung um den Leidens-Papst gewesen sein. Denn die römische Kirche hat in ihrem einstigen Bollwerk Polen gewaltig an Rückhalt verloren.

Auch dort fällt es vielen schwer, an die beiden Wunderheilungen zu glauben, die Johannes Paul II. die Erhebung zur Ehre der Altäre eingebracht haben. Dabei ist ein anderes Wunder ganz offensichtlich: Karol Woytila hat Millionen Menschen Hoffnung gegeben, als das Land unter Kriegsrecht stand und die Gewerkschaft Solidarnosc für die Freiheit kämpfte. Diese Rolle kann ein Papst auch heute ausfüllen: Unterdrückten beistehen, Mut machen, ein Beispiel für Gottes Liebe geben. Der Amtsinhaber nimmt sich offenbar ein Beispiel daran.