Das Problem ist nicht neu, aber es spitzt sich zu: Die Zahl der älteren Langzeitarbeitslosen ist auf einem hohen Sockel. Sie gehören nicht zu den von der Wirtschaft händeringend gesuchten Fachkräften, sondern gelten als schwer vermittelbar. Für sie ist auf dem Arbeitsmarkt praktisch kein Platz mehr. Doch diese Menschen im Alter von 50 oder 55 Jahren haben noch etliche Jahre bis zur Rente vor sich.

Sachsen-Anhalt war vor wenigen Jahren Vorreiter für das Modell Bürgerarbeit. In einigen Orten konnten so Langzeitarbeitslose sinnvoll integriert werden. Doch dieses Bundesprojekt läuft jetzt aus. Die betroffenen Kommunen bemühen sich derzeit darum, über einen Flickenteppich an Maßnahmen wenigstens für einige Monate zu retten, was noch zu retten ist.

Die Forderung von Agentur-Chef Kay Senius nach neuen Offensiven ist der Hilferuf eines Experten an die Politik. Sie sollte ihm folgen. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht nicht leisten, dass eine größere Bevölkerungsgruppe keine Chance auf sinnvolle Beschäftigung hat.