Sind es die Wildgänse, die zu Tausenden den Arendsee mit Kot "zuballern" und damit den Phosphorgehalt des Wassers erhöhen und der regelmäßigen Blaualgen-Verseuchung Vorschub leisten? Sind es unterirdische "Eintragspfade" im Stadtgebiet von Arendsee, die irgendwo herumdümpeln? Erstaunt wundert sich der Laie: Der Mensch fliegt zum Mond. Er steuert Autos über den Mars. Aber die Quelle des Problems, warum das Wasser in Sachsen-Anhalts größtem See regelmäßig trübe wird, bekommt er nicht heraus, der Experte - seit Jahrzehnten nicht.

Muss uns das zu denken geben? Ja, sicher. Denn 2012 war die Phosphorbelastung so ex-trem hoch, dass ein massenhaftes Fischsterben drohte. Wäre der See umgekippt, hätte das für den Tourismus in der Region und die Lebensqualität der Bewohner am Arendsee schlimme Folgen gehabt. Dass nun gegen die Phosphor-Verseuchung etwas unternommen wird, ist deshalb richtig. Dass endlich die Quelle der stetigen Verunreinigung gefunden wird, ist noch wichtiger.