Man kann über die Ergebnisse der 126. Deutschen Meisterschaften streiten, zweifeln oder jubeln: Letztlich deutet nichts darauf hin, dass sich seit dem medaillenlosen Auftritt bei Olympia in London und einer einzigen Medaille bei der letzten WM in Barcelona etwas entscheidend verbessert hat im Deutschen Schwimmverband (DSV). Das junge Perspektivteam, das mittelfristig die Erfolge sichern soll, leuchtete allerdings nicht in der Helligkeit, die sich Bundestrainer Henning Lambertz erhofft hatte. Dafür überzeugten die "Alten", die Lambertz die Etablierten nennt. Sie sollen es bei der EM im August richten.

Warum auch nicht? Acht Medaillen, so die Vorgabe des DSV für die Beckenschwimmer, sind bei mehr als 30 Startern nicht zu hoch gegriffen. Der Mensch braucht Ziele, und der junge Mensch braucht Fußstapfen, in die er eines Tages treten kann. Die größten hat am Wochenende wohl Paul Biedermann hinterlassen, der wortkarge Hallenser gewann nicht nur drei Titel, er gewann sie mit Bravour.

Man sollte die kommende EM also gar nicht als eine Show der Etablierten verstehen, sondern als eine Motivation für den Nachwuchs, künftig die richtige Schuhgröße zu finden.