Das belebende Element des Europawahlkampfes ist der Zweikampf zwischen Martin Schulz und Jean-Claude Juncker. Ein Duell um den Wahlsieg - und gleichzeitig den Chefposten in der EU-Kommission. Das steht zwar nirgendwo, gilt aber als ausgemacht. Die Personalentscheidung soll die Kräfteverhältnisse im Parlament widerspiegeln, das den Kommissionsvorsitzenden auch wählt.

Doch siehe da - kurz vor Toresschluss begfindet Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass dieses Prozdere keinen Automatismus darstellt. Zudem hält sich der aktuelle Kommissionschef Juan Manuel Barroso für unersetzlich und will noch mal kandidieren. Was die europäischen Regierungschef svielleicht sonst noch unterein- ander aushecken, ist offen.

Bei derlei dreisten Anläufen zur Mauschelei wird alles Wahlkampf-Gewetter gegen den Kungelklub Europa zur Nullnummer. Es soll sich niemand wundern, wenn die Wähler statt zu wählen am 25. Mai lieber spazieren gehen.