Einheitliche Verbraucherschutz-Standards in Europa haben den Vorteil, dass Firmen ihre Produkte nicht für jedes Land individuell anpassen müssen. Sie können so viel Geld sparen. Der Nachteil: Noch immer haben die EU-Länder unterschiedliche Vorstellungen, wie streng der Schutz sein soll. Das zeigt der Rechtsstreit zwischen Berlin und Brüssel.

Statt sich in Rechthabereien bei der Methodenwahl zur Messung von Giften zu verlieren, sollten beide Seiten für eines sorgen: Dass insbesondere Kinderprodukte im Zweifelsfall schärfer geprüft werden. Denn gerade Spielzeugunternehmen sitzen vor allem in China und hantieren dort weit argloser mit Giften herum, als es gut für die menschliche Gesundheit ist. Wie ernst es die EU-Kommission mit dem Verbraucherschutz wirklich meint, wird sich ebenfalls beim Freihandelsabkommen mit den USA zeigen. Denn auch die Amerikaner kümmern sich oft erst ums Geld, dann um die Gesundheit.